Neurodermitis

Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis Hilfe - Körper juckt

Ursachen, Symptome und die passende Pflege – Das gilt es zu beachten!

Jeder hat sie schon einmal gesehen oder kennt mit hoher Wahrscheinlichkeit jemanden, der betroffen ist: die nicht ansteckende Hauterkrankung Neurodermitis (atopische Dermatitis, atopisches Ekzem) gehört zu den häufigsten Krankheiten im Kindes- und Jugendalter. Die geröteten Stellen auf der Haut sind oft trocken, schuppig und sie jucken. Eine Heilung für Neurodermitis gibt es nicht, aber dafür gute Therapiemöglichkeiten. Neurodermitis gehört zu den atopischen Erkrankungen, wie auch Asthma und allergischer Schnupfen, einschließlich Heuschnupfen und Hausstaubmilbenallergie.

Die Verbreitung von Neurodermitis in Deutschland 

Wie häufig atopische Ekzeme auftreten, hängt unter anderem vom Klima und Alter ab. In Deutschland sind laut Krankenkassendaten etwa 10–15 % der Bevölkerung betroffen. Babys sind die stärkst vertretene Gruppe und machen 23 % der Betroffenen aus. Im schulfähigen Alter verringert sich die Anzahl auf etwa 8 %. Erwachsene sind nur noch mit etwa 2–4 % vertreten. 

Neurodermitis Ursachen 

Neurodermitis ist multifaktoriell bedingt. Atopische Ekzeme sind häufig auf erbliche Veranlagung zurückzuführen und können bei Kontakt mit Allergenen eine übersteigerte Abwehrreaktion hervorrufen.

Eine Übersicht von möglichen Auslösern: 

Genetik
Bei vielen Menschen existiert eine vererbte Anfälligkeit für Entzündungserkrankungen. Daneben sind bestimmte erbliche und umweltbedingte Einflüsse dafür verantwortlich, dass sich diese Anfälligkeit auf der Haut bemerkbar macht. Oft sind familienintern mehrere Personen an Neurodermitis erkrankt. 

Filaggrin Mangel
Filaggrin ist ein Schlüsseleiweiß der Hautbarriere und nimmt einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung von Allergien. Etwa acht Prozent der deutschen Bevölkerung tragen Varianten des Filaggrin-Gens in sich, die das Risiko für Neurodermitis um mindestens das Dreifache erhöhen. Ohne genügend Filaggrin kann der Hautbarriere Feuchtigkeit entweichen und Bakterien und Viren können eindringen. 

Mangel an Omega-6-Fettsäuren
Untersuchungen zeigen, dass Omega-6-Fettsäuren nicht nur eine Verbesserung des Hautbildes unterstützen, sondern auch für eine Reduzierung von auf der Haut lebenden Bakterien sorgen.  Diese kommen auf Neurodermitikerhaut vermehrt vor und können Hautinfektionen auslösen.

Allergien
Viele Neurodermitis-Patienten sind zusätzlich von Allergien betroffen. Der Kontakt mit bestimmten Allergenen kann zu einen Neurodermitis-Schub führen. Nahrungsmittelallergene sind häufig Kuhmilch- und Hühnereiweiß, Soja, Weizen, Haselnüsse, Erdnüsse und Fisch. Andere Allergene sind Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare und Schimmelpilze oder Wasch- und Reinigungsmittel.

Stress
Stressbedingte Neurodermitis tritt ebenfalls häufig auf. Stress kann atopische Ekzeme verschlimmern. Die vermehrte Ausschüttung von Histaminen kann zu Schubphasen mit großem Juckreiz führen.

Ernährung
Eine allgemeingültige Diät für Neurodermitis-Patienten gibt es leider nicht. Wenn ein Zusammenhang zu Nahrungsmitteln vermutet wird, sollten Tests durchgeführt und die Ernährung angepasst werden. 

Wichtig zu wissen: Nur wenige Kinder reagieren mit einer bloßen Verschlechterung des atopisches Ekzems nach 1-2 Tagen. Häufiger zeigen sich die Neurodermitis Symptome in Form von Quaddeln, schnell auftretenden Hautrötungen und Juckreiz nach der Nahrungsaufnahme. 

Neurodermitis Symptome

Die Beschwerden und Symptome bei Neurodermitis sind vielseitig und individuell. Sie hängen unter anderem vom Alter des Patienten und von der Schwere der Erkrankung ab. 

Bei Babys sind betroffene Regionen vor allem das Gesicht, die Kopfhaut oder die Arme und Beine. Bei Kindern sind häufig die Beugen wie Ellenbeugen, Kniekehlen und Hand- und Fußgelenke betroffen. Im Erwachsenenalter sind es eher die Hände und das Gesicht. 

Typische Neurodermitis Symptome sind:
• Allgemein trockene Haut
• Starkes jucken
• Gerötete und entzündete Stellen
• Flächenhafte Verdickung und Vergröberung der Haut
• Knötchen und Pusteln 
• Nässende Bläschen 

Atopisches Ekzem Diagnose 

Ein Arztbesuch ist unabdinglich für eine Neurodermitis Diagnose. Andere Hauterkrankungen rufen ähnliche Symptome hervor, haben aber ganz andere Ursachen. Die Abgrenzung kann daher nur ein Hautarzt (Dermatologe) bestimmen und im Kindesalter ein Kinder- und Jugendarzt. 

Auf der Derma Website können Sie passende Hautärzte und Hautkliniken in Ihrer Nähe finden.

Pflege bei Neurodermitis 

Die richtige Pflege bei atopischen Ekzemen lässt sich in zwei Kategorien einordnen: zum einen in die Basispflege, d.h. die tägliche Pflege der Haut, z.B. durch sanftes Reinigen und das Verwenden von geeigneten Pflegecremes. Zum anderen in die Akutpflege, die mit juckreizhemmenden Inhaltsstoffen arbeitet, während eines akuten Neurodermitis-Schubes.

Basispflege: Zur Hautreinigung sollten seifenfreie und pH-neutrale Produkte verwendet werden. Die Pflegeprodukte sollten täglich benutzt werden und rückfettend sowie feuchtigkeitsspendend sein. Harnstoff oder Glycerin befeuchten die Haut. Neurodermitiker sollten zudem Produkte benutzen, die frei von Duft- und Konservierungsstoffen sind. 

Neben Cremes und Lotionen kommen ergänzende Therapien, wie eine UV-Bestrahlung in Frage. Als Badezusätze eignen sich spreitende Ölbäder. Sie hinterlassen einen feinen Film auf der Haut. 

Akutpflege: In schwereren Fällen eines atopischen Ekzems kann es notwendig sein, Medikamente einzunehmen, z.B. oral verabreichte Antihistaminika. Ist die Haut entzündet und juckt, sind Pflegeprodukte mit einem hohen Wasseranteil hilfreich, da sie durch die Verdunstungseffekte die Symptome lindern.

Außerdem können polidocanolhaltige Produkte ausprobiert werden, die mit Harnstoff kombiniert werden können. Polidocanol wirkt lokal betäubend und lindert so den Juckreiz.

 

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